Kategorien: Deichdeern - DIY & Rezepte

Moin!

Vergesst Pailletten-Röcke, Leoprints und alles andere: Wer wirklich auf der Trendwelle mitschwimmen will und was auf sich hält, der ist stolzer Besitzer eines eigenen Hochbeetes. Okay – vielleicht gibt es den Trend zum selber Anbauen im Hochbeet schon etwas länger, aber in unserem Haushalt ist er erst 2019 angekommen. Unseren späten Aufsprung auf den Trendzug haben wir mit Größe kompensiert. Viel hilft viel.

Ich wollte ein Hochbeet, das erstens nicht nur von 12 bis Middach hält und zweitens auch dem nordfriesischen Wetter trotzen kann. Wenn es dann drittens auch noch so kostensparend ist, dass ich nicht die nächsten 30 Jahre daraus unseren Salat ernten muss, um es abzuschreiben, wäre das natürlich auch von Vorteil. Konkret bedeutet das: Ich wollte 5 m Hochbeet für unter 400,00 € – bekommen habe ich 5,40m x 0,80m für knapp 250,00 € (davon 175€ für gute Pflanzerde!).

Vorgeschichte: Wo bekomme ich das Herzstück, die Palettenrahmen, her?

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Palettenrahmen: Links zusammengeklappt, rechts ausgeklappt.

Palettenrahmen: Die Palettenrahmen, oder auch Transportrahmen genannt, gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ich habe 1,20 × 0,8 m und 0,6 × 0,8 m abwechselnd genommen. Sie sind 0,20 m hoch und einfach aufeinander steckbar, dementsprechend könnt ihr die Höhe variieren. Wo kriegt man die? Klar könnt ihr sie auch googlen. Meine Erfahrung: Wenn ihr „Palettenrahmen Hochbeet“ googelt, sind die Preise viermal so hoch wie ohne den Hochbeet-Hinweis. Ich habe also ein Bild von den Rahmen gescreenshotet und in meinem WhatsApp-Status und meiner Instastory gepostet und binnen eines Tages drei Antworten erhalten und durfte sie in meiner Nähe abholen. An dieser Stelle einen besonderen Dank an Lisa, die meine Stories schaut und bei ihrem Arbeitgeber Sven Vogt Bau GmbH in Niebüll und Tinnum was klar gemacht hat. Die anderen zwei edlen Spender möchten nicht genannt werden. Es besteht die Befürchtung, dass zuviele Wannabe-Gärnter:innen wie ich es bin, die Lageristen und Werkstattmitarbeiter von der Arbeit abhalten. Ich kann euch aber den Hinweis geben, dass Unternehmen, die viele größere Teile in Transportrahmen verschicken oder geschickt bekommen, diese über haben. Die Teile sind pfandfrei, rustikal, so groß wie ne Europalette und super easy zusammengeklappt zu transportieren.

Material

  • Palettenrahmen (in meinem Fall: 8 x 1,20 × 0,8 m und 10 x 0,6 × 0,8 m)
  • Wühlmausdraht (5,0 x 1,0m, bisschen haushalten und den Verschnitt aufbewahren, dann kommt ihr auch auf 5,40 x 0,8m hin)
  • Schachtel Krampen zum Draht befestigen
  • Wetterschutzfarbe (Consolan, 0,75 l, grau 202; ich bin genau mit 750 ml für alles hingekommen)
  • Folie (Überall wird Teichfolie empfohlen. Ich bin in den Baumarkt, hab gesehen, was Teichfolie kostet und hab mich entschieden, unsere Baureste zu verwenden. Dort habe ich eine Rolle wasserdichte Basic Dämmunterlage gefunden. Sie kostet 19,00 €. Silofolie geht übrigens auch super. Das wäre die zweite Wahl gewesen. Einfach zum Landmarkt fahren. Die schneiden sie euch da ab.)
  • Pflanzerde (Ich hab auf meine Oma gehört und teure Pflanzerde gekauft. Insgesamt für 175,00€. Das war der größte Kostenfaktor.)
  • Äste
  • Rasenschnitt
  • Kompost

Werkzeug

  • Pinsel
  • Drahtschere oder Seitenschneider zum Drahtknipsen
  • Hammer
  • Tacker mit „Munition“

Anleitung

Schritt 1 – Wühlmausdraht mit Krampen befestigen

Mit der Drahtschere oder dem Seitenschneider den Draht zurechtschneiden und die Bereiche, die später auf dem Boden aufliegen, mit dem Draht versehen.

Schritt 2 – Folie für die Seitenwände

Die Folie wird an den Seitenwänden von innen mit einem Handtacker fixiert. Die obere Kante ruhig ein bisschen sorgfältiger umschlagen, weil man das später noch sieht, sollte die Erde absacken. Den Boden frei lassen, schließlich muss das Wasser ja irgendwo hin.

Schritt 3 – Schichten

 

Wir haben wie folgt geschichtet (die erste Schicht ist die unterste Schicht):
1. Schicht: Äste, Stöcker, etc. bis zur Hälfte hoch schütten
2. Schicht: Wer hat: Grasschnitt (wir hatten soviel Kompost, dass wir uns Gras geschenkt haben)
3. Schicht: Kompost (1 – 2 Schubkarren für 0,6 × 0,8 m), anschließend ordentlich wässern, damit das absackt und drauf trampeln
4. Schicht: (freiwillig) Mist (haben wir drauf verzichtet)
5. Schicht: Pfanzerde (2 – 3 Säcke pro 0,6 × 0,8 m-Einheit)

Schritt 4 – Wässern

Nach der Kompostschicht ordentlich wässern und drauf trampeln, um das Ganze absacken zu lassen.

Schritt 5 – Fertigstellen

 

Die hinteren drei Kästen sind schon mit Pflanzerde befüllt, die vorderen drei nur mit Kompost und warten noch auf die letzte Schicht. Die Pflanzerde ruhig bis zur Kante anschütten. Je nach Verdichtung sackt das Ganze in den kommenden Wochen noch 5 bis 8 cm ab. Wir haben, nachdem alles fertig geschichtet war, noch die Außenwände mit Wetterschutzfarbe in grau angestrichen, um es vor der nordfriesischen Witterung zu schützen.

Schritt 6 – Säen, wachsen, ernten

Satt ist gut, Saatgut ist besser

Welches Saatgut kann ich empfehlen? Nun, ich habe mich dort in die vertrauensvollen Hände von Carolin begeben. Carolin bloggt auf Hauptstadtgarten über ihr Leben in Berlin und ihren Schrebergarten. Ich habe sie auf einer Bloggerkonferenz in Berlin kennen und schätzen gelernt und weiß, dass bei ihr keine Frage zu blöd ist und ich mich vertrauensvoll an sie wenden kann, wenn ich ne Frage habe. Die bloggende Grafikdesignerin hat nicht nur einen Sinn für schöne Bilder und Illustrationen, sondern auch einen enormen Wissenschatz in puncto Gemüsegarten. Seit 2019 hat sie auch einen kleinen, feinen Onlineshop, den ich euch hier empfehlen möchte. Dort vertreibt sie Bio-Saatgut-Arrangements (super Geschenktipp übrigens).
Ich habe mich irgendwie von dem Titel “pflegeleichtes Anfängergemüse” angesprochen gefühlt, die Box bestellt, (selbst bezahlt) und für gut befunden. Bis jetzt wächst und gedeiht alles prächtig. Was ist darin enthalten? Das seht ihr hier:

  • Buschbohne “Saxa” Bio
    (Phaseolus vulgaris)
  • Echter Spinat “Matador” Bio
    (Spinacia oleracea)
  • Frühlingszwiebeln “Ishikura”
    (Allium fistulosum)
  • Hokkaido Kürbis “Red Kuri” Bio (Curcubita maxima)
  • Kapuzinerkresse Bio
    (Tropaeolum majus)
  • Pflücksalat “Salad Bowl” Bio
    (Lactuca sativa)
  • Radieschen “Cherry Bell” Bio
    (Raphanus sativus)
  • Roter Mangold “Vulkan”
    (Beta vulgaris var. cicla)
  • Zucchini “Cocozelle di Tripolis” Bio
    (Cucurbita pepo)

Noch habe ich nicht alles in der Erde, aber die Radieschen, die Zucchini, der Salat, der Spinat und die Buschbohnen schon – und die sind super aufgelaufen.

So, das war es erstmal zu meinen neusten Gartenprojekt. Ich hoffe, ich konnte euch inspirieren. Wenn ihr Hochbeettipps habt, gerne unten in die Kommentare.

Für mehr Transparenz: Dieser Beitrag ist hier schon einmal auf deichdeern.com erschienen.

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