In Mölln gibt es seit mehr als 25 Jahren ein Projekt, das in dieser Form einmalig ist: die Zeltstadt Tillhausen. Hier gestalten Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren zehn Tage lang ihre eigene Stadt – mit Jobs, Wahlen und ganz viel Mitbestimmung. Damit das möglich ist, engagieren sich rund 150 Ehrenamtliche. Eine von ihnen ist Petra Löding, die von Anfang an dabei ist und für Tillhausen brennt.

Wenn Petra Löding von Tillhausen erzählt, dann ist ihre Begeisterung für das Projekt sofort spürbar. Man merkt, mit wie viel Herzblut sie bei der Sache ist und dass sie „dafür brennt“. Seit fast 30 Jahren engagiert sie sich beim Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg, nachdem sie zuvor Vorstandsmitglied der Landjugend war. Und so war sie auch schon im Jahr 1999 dabei, als „Tillhausen – das Stadt-Spiel – Kinder gestalten ihre Welt“ zum ersten Mal seine Zelte aufschlug.

Eine Stadt wie im echten Leben

Seitdem verwandeln alle zwei Jahre rund 300 Kinder das Gelände des Möllner Freibads in den Sommerferien 10 Tage lang in eine richtige Stadt: mit Arbeitsamt, eigener Währung, Rathaus, Uni, Kino, Cafeteria und Kunstmarkt, sogar Zirkus, Radio, Zeitung und Fernsehen sind dabei. „Die Kinder erleben in dieser Zeit das wirkliche Leben in klein“, sagt Petra. „Sie lernen, wie Demokratie funktioniert – und dass ihre Stimme zählt.“ An der Umsetzung und Betreuung sind 150 Ehrenamtliche und 10 Hauptamtliche beteiligt. Dazu kommt das DRK, das sich um die tägliche Verpflegung kümmert.

Jobs und Mitbestimmung

Wer mitmacht, sucht sich jeden Tag im „Arbeitsamt“ einen Job aus: ob Handwerker:in, Musiker:in, Parlamentarier:in, Profi-Sportler:in, Banker:in, Reporter:in oder Zirkusartist:in. Gearbeitet wird zweimal täglich zwei Stunden – bezahlt wird in „Till Talern“. Damit können die jungen Städter:innen einkaufen, ins Kino gehen oder Kuchen essen. „Es gibt fast 50 verschiedene Berufe, da ist für jede und jeden etwas dabei“, erzählt Petra. Und wer etwas ändern will? Kann es ändern! Denn nach jedem Tillhausen wird ein Kinderrat gebildet, der tagt und dann ein Feedback gibt, was gut und was nicht gut war und was beim nächsten Tillhausen angepasst werden könnte. „So lernen die Kinder, dass sie mitreden dürfen – und sollen.“

Ein Ehrenamt mit Herz

Für Petra ist Tillhausen längst mehr als nur ein Ehrenamt – es ist „ihr Baby“, wie sie selbst sagt. Sie hat noch keine Ausgabe verpasst. Inzwischen engagieren sich auch ihre mittlerweile erwachsenen Kinder im Organisationsteam; früher waren sie selbst in Tillhausen mit dabei. Dass nicht nur ihre Kinder, sondern auch viele andere Jugendliche nach ihrer Zeit in Tillhausen dabeibleiben, freut Petra sehr: „Viele machen mit 15 Jahren den Assistentenkurs, mit 16 Jahren den Jugendleiterkurs – und kommen als Betreuer:innen zurück. Das zeigt doch, wie viel ihnen Tillhausen bedeutet.“ Dabei ist es Petra besonders wichtig, ein gängiges Vorurteil zu widerlegen. „Man hört so oft, dass die heutigen jungen Leute, die Generation Z, nicht viel machen oder sich engagieren würden. Aber das stimmt nicht“, hat sie die Erfahrung gemacht.

Einsatz, der Respekt verdient

Dass ein Zeltlager für 300 Kinder und Jugendliche jede Menge Einsatz benötigt – nicht nur während des Lagers, sondern auch in der Vor- und Nachbereitung – versteht sich von selbst. „Viele der Ehrenamtlichen nehmen sich extra Urlaub, um dabei zu sein. Das verdient großen Respekt“, findet Petra. Sie selbst arbeitet als Leiterin der OGTS einer Grundschule und nutzt ihre Sommerferien für Tillhausen. „Natürlich bin ich abends platt, aber die Freude der Kinder macht jede Anstrengung wett.“

Für die Zukunft wünscht sich Petra vor allem eines: dass Tillhausen noch lange weiter bestehen kann und die Finanzierung gesichert ist. „Was die Kinder hier in zehn Tagen mitnehmen – das ist einfach unbezahlbar.“

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