Der Arbeitsplatz von Andre Kleimann aus Niedersachsen gleicht einem riesigen Schokobrunnen. Er gießt Bio-Schokoladen per Hand und verziert sie mit den schönsten regionalen Wahrzeichen.

Wenn die süße Verführung allgegenwertig ist, braucht man Disziplin und einen starken Willen. „Früher habe ich täglich von meiner Schokolade genascht. So ging das aber nicht weiter“, sagt Andre Kleimann (43) lachend und klopft sich auf den Bauch. Heute gibt der (schlanke) Harener der Verlockung nur noch einmal in der Woche nach. „Ich muss meine Kreationen ja schließlich testen und sichergehen, dass ich leckere Dinge verkaufe.“

Mit Kreationen meint er seine Schokoladen. Denn damit kennt sich Andre aus. Mit seinem Lebensgefährten Michael zog er vor knapp fünf Jahren auf die Hofstelle seiner Schwiegereltern in Haren im Landkreis Emsland. Dort befindet sich seitdem auch die kleine Manufaktur „Schokolaa“ – direkt neben dem Wohnhaus der beiden. Hier gießt Andre per Hand seine Schokoladen. Jetzt zu Ostern besonders beliebt: Die eiförmige Vollmilchschokolade mit weißem Osterhasen.

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Fotos: Schokolaa (7)

Heimatliebe trifft auf Schokolade

„Ich wollte wieder kreativ werden und außerdem etwas mit Lebensmitteln machen“, sagt der gelernte Landwirt, der auf einem Milchviehbetrieb in der Grafschaft Bentheim aufgewachsen ist. Seiner Kreativität lässt er nicht nur bei der Rezeptur der Schokoladen freien Lauf, sondern auch bei der Gestaltung seiner Tafeln. Auf ihnen befinden sich süße Grüße aus der Region. Denn die Tafeln sind mit den Umrissen regionaler Wahrzeichen des Emslands, der Grafschaft Bentheim und Ostfrieslands versehen. Zum Beispiel mit dem Schloss Clemenswerth in Sögel, dem Povelturm in Nordhorn oder dem Harener Dom. „Ich mag meine Heimat und die Menschen, die hier leben. Sie sind bodenständig und ehrlich. Das wollte ich mit den Schokoladen verbinden. Also bildete ich Sehenswürdigkeiten aus der Region auf den Tafeln ab.“

Seine Heimatverbundenheit spiegelt sich auch im Namen seiner Manufaktur wider: Schokolaa ist der plattdeutsche Begriff für Schokolade. Apropos Plattdeutsch: Anfang des Jahres zeichnete Niedersachsens Ministerpräsident, Stephan Weil, eine Herz-Schokolade von Schokolaa zum kulinarischen Botschafter Niedersachsens aus (siehe Infokasten). Ausschlaggebend war nicht nur der Geschmack der Tafel, sondern auch ihre lokale Note: Denn die Verpackung ziert der plattdeutsche Spruch „Du büst mien leevsten“ (Du bist mir am liebsten). Und Plattdeutsch gehöre ja quasi zum Emsland dazu, sagt Andre, der natürlich selbst fließend Plattdeutsch spricht.

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Foto: Marketinggesellschaft Niedersachsen (1)

Rohstoffe mit Bioqualität

Für Andre ist die Qualität der Rohstoffe, die er verarbeitet, besonders wichtig. „Ich komme aus der Landwirtschaft. Vielleicht ist meine Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln deshalb so hoch“, sagt er und arbeitet mit Rohstoffen in Bioqualität. „Auch die Ernte des Kakaos soll ethisch zu vertreten sein. Deshalb ist er fairtrade.“

Bei der Herstellung seiner Schokoladen verzichtet Andre auf Palmöl. Stattdessen verarbeitet er Butterreinfett, also entwässerte Butter. Sie kommt aus einer kleinen Biomolkerei. Auch Bestandteile wie Nüsse, Trockenobst oder auch Gewürze wie Salz oder Zimt, die ab und an in die flüssige Schoko-Masse eingearbeitet werden, sind Bioprodukte von Erzeugern aus Deutschland.

Neue Rezepturen

Manche Schokoladen sind mit Hasel- oder Walnüssen verfeinert. „Die Nüsse röste ich selbst. Sehr lange und nicht zu heiß, damit sie später in der Schokolade schön knacken.“ Die Geschmacksrichtung Salz-Karamell aus Biorübenzucker und Meersalz ist besonders beliebt. Andre tüftelt aber permanent auch an neuen Rezepturen. So hat er für seine Schwester eine Lakritz-Schokolade gegossen. „Die Kombination schmeckte super, wir waren beide total begeistert.“

Eher in die Hose gegangen sei seine Schokolade-trifft-Erdnussflips-Kreation. „Die war wirklich ungenießbar“, gibt er zu. Manchmal ist das Kombinieren von Zutaten, die scheinbar gut zueinander passen, eben doch nicht so leicht umsetzbar, wie sich der Emsländer erhofft. Dafür passt alles bei seinem neusten Werk, das seit kurzem erhältlich ist: Eine Vollmilch-Schokolade, die typisch norddeutsch ist – schlicht und bodenständig. Sie trägt den alles sagenden Aufdruck „MOIN“.

Text: Adele Stevens

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