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Fotos: Sarah Güttler (3)

Mehr als 10 Jahre ist Sarah jedes Jahr an Weihnachten aus der Stadt nach Hause aufs Land gefahren. Nun richten sie und ihr Mann zum ersten Mal ein Weihnachtsfest für die ganze Familie in ihrem neuen Zuhause aus. Die ganze Familie ist eingeladen und die Vorfreude groß – es sollen wundervolle Tage werden!

Elf Jahre habe ich fern der Heimat gelebt. Elfmal bin ich zusammen mit Chris Rea über mal verschneite, mal regennasse, mal sonnenbeschienene Straßen Richtung Heimat gefahren. Das wohlig warme Weihnachtsgefühl hat sich jedes Jahr aufs Neue verlässlich bereits bei den ersten Klängen des Songs „Driving home for Christmas“ in mir ausgebreitet. Sobald ich den Song höre, habe ich das Gefühl, mitten zwischen den Griswolds im alten Ford über die verschneite Landstraße zu schießen und Weihnachtslieder zu singen.

Weihnachten hat für mich und meine Familie schon immer eine sehr große Bedeutung gehabt. Nicht etwa wegen der Geschenke, des guten Essens oder der wundervollen Deko, die ab Montag nach Totensonntag im gesamten Elternhaus zu finden ist. Nein, bei uns bedeutete Weihnachten immer, dass die ganze Familie mal unter sich war. Keiner hatte Termine, keiner musste weg, die Schlafanzüge wurden bis mindestens zum Mittagessen nicht ausgezogen und auch sonst ging es sehr ruhig und faul bei uns zu. Neun Tage ohne Stress, ohne Zeitgefühl und ohne den Gedanken an Schule, Arbeit oder sonst etwas, das unsere wohlig warme Weihnachtsstimmung kaputt gemacht hätte. Denn Weihnachten war bei uns nicht nur der Heilige Abend, der erste und zweite Weihnachtsfeiertag – nein, Weihnachten ging bis zum Neujahr.

Lange ging das so, bis wir irgendwann selbst Partner hatten. Plötzlich mussten wir uns aufteilen, auch bei den Familien der Partner sein. Weihnachten wurde weniger besinnlich, sondern mehr stressig, weil jeder jeden einmal sehen und mit ihm Weihnachten verbringen wollte.

Das größte Geschenk zu Weihnachten

„Stell dir doch nur mal vor, wir hätten ein so großes Haus, dass an Weihnachten unsere gesamte Familie zu Besuch kommen könnte.“ Fabi und ich saßen gerade mal wieder im Auto und pendelten an Weihnachten zwischen meiner und seiner Familie. Wir malten uns aus, wie einer nach dem anderen anreisen würde, wie jeder etwas zu Essen mitbringen würde und wie alle entspannt und besinnlich unser Haus für kurze Zeit als ihr Zuhause annehmen würden. Fabi und ich sind außerordentlich gerne Gastgeber. Wir lieben es, Freunde, Familie und neue Bekannte zu uns einzuladen. Tatsächlich kann man uns beiden kein größeres Geschenk zu Weihnachten machen, als zu uns zu Besuch zu kommen.

Gesagt, getan: Kaum hatten wir den Kaufvertrag unterschrieben, luden wir sowohl Fabis, als auch meine Familie zu Weihnachten 2022 zu uns ein. Das Haus hatten wir ja nun, aber war es groß genug für acht Erwachsene plus zwei Kinder? Darüber konnten wir uns später Gedanken machen. Als wir nun beschlossen, auch die Schwiegereltern meiner Schwester zu Weihnachten einzuladen, kamen wir wirklich ins Straucheln. Wo bitte sollten 12 Personen bei uns Platz finden? Klar ist das Haus groß, doch ausgerechnet unsere Küche/Esszimmer/Wohnzimmer sind es eben nicht. Wie sollten da alle gemütlich Weihnachten feiern? Niemand würde sich bei uns wohlfühlen, Weihnachten würde ein Desaster werden und niemals wieder dürften wir Weihnachten ausrichten. Was haben wir uns nur dabei gedacht?! Erste Zweifel wurden auch in der Familie laut.

Ich sah alles vor mir

Kurzum, wir mussten Platz schaffen und das taten wir! Die alte Küche in der rechten Haushälfte wäre groß genug für uns alle, stand nur leider noch voll von Dingen, die wir im Haus gefunden hatten. Als ich all das sortiert, entsorgt und umgeräumt hatte, konnte niemand das Potential unseres Hauses verleugnen.

Kaum war das Zimmer leer und der alte Dielenboden unter dem Linoleum freigelegt, sah ich alles vor mir: Die ganze Familie wird sich um unseren pickepackevollen Esstisch drängen, in der Ecke prasselt ein Feuer im Kamin, ein Stern leuchtet im Fenster und verbannt die Dunkelheit nach draußen. Ein altes Bücherregal mit Weihnachtsbüchern und wunderbar kitschiger Deko steht neben einer kleinen Bar mit Getränken aller Art. Der Plattenspieler spielt „Eine lustige Schlittenfahrt“ und die Augen der Kinder glänzen voller Vorfreude auf die Weihnachtsgeschenke. Diese werden sie später im Wohnzimmer unter dem Weihnachtsbaum finden.

Endlich angekommen

Später dann, wenn alle Geschenke ausgepackt, die Wichtel entlarvt und die Wärme den Gästen ins Gesicht steigt, wird im Hof die Feuerschale entfacht, es gibt Glühwein, Punsch und heiße Schokolade, dicke Decken und Marshmallows, die über dem Feuer geröstet werden.

24 Tage haben wir noch Zeit und diese 24 Tage werden wir in unserem Weihnachtszimmer werkeln, um alles einfach wunderbar zu machen. Chris Rea adé! Wir sind endlich angekommen! Wir sind zuhause und schaffen uns, unseren Kindern und unserer gesamten Familie ein Weihnachten, das sie verdient haben, für all die Weihnachten, die sie uns als Kinder geschenkt haben.

Hier gibt’s den Beitrag noch einmal auf Platt für die Ohren:

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