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In ihrer Stadtwohnung haben Sarah und ihr Mann sich verlobt.

Eigentlich wollten unsere Kolumnistin Sarah und ihre Familie noch eine Weile in ihrer Stadtwohnung in Potsdam wohnen bleiben. Aber durch gewisse Umstände kommt es nun doch ganz anders als urpsrünglich geplant.

Was für einen wunderbaren Plan wir doch hatten! Unsere erste gemeinsame Wohnung in Potsdam wollten wir behalten, die ersten Jahre unserer Kinder dort verbringen, wo wir Verlobungsfeier, Hochzeitsvorbereitungen, Wehen, erste Schritte und wunderbare Momente erlebt haben. Am Wochenende und in den Ferien dann das Haus ausbauen und, sobald unser erstes Kind eingeschult wird, aufs Land ziehen.

Doch wie es immer so ist mit den Plänen: Das Leben hält andere Abzweige für uns bereit.

Verzicht auf Familienzeit

Ich hatte mich gerade selbstständig gemacht, mein Mann arbeitete Vollzeit, beide waren wir froh, endlich einen der sehr rar gesäten KiTaplätze in Potsdam für unser Kind bekommen zu haben. Fast ein halbes Jahr hatten wir schon überbrückt, hatten uns mit Arbeiten und Betreuung die Klinke in die Hand gegeben und auf gemeinsame Familienzeit verzichtet. Unser Kind stand täglich am Fenster und beobachtete die anderen Kinder in der KiTa in unserem Hof. Es zerriss uns das Herz, ihm sagen zu müssen, dass wir für ihn noch keinen Platz gefunden hatten, wollte er doch so gerne mit den anderen Kindern spielen.

Endlich war es also so weit, im September fing die Eingewöhnung an und fand bereits im Dezember ein jähes Ende: „Wir müssen schließen“, hieß es bloß. Wir standen also ab Januar wieder ganz am Anfang. Jede KiTa, die für uns in Frage kam, riefen wir an. Absage für Absage trudelte uns ins Haus, bis es dann endlich doch einen Platz geben sollte: immerhin schon ab April.

Zur Probe im neuen Haus

Doch was machen bis April? Das Wechselschichtmodell brachte uns an unsere Grenzen. Meine Eltern boten uns an, unseren Sohn bei sich in der KiTa als Gastkind aufzunehmen. (Meine Eltern haben bis zum Beginn ihrer Rente im Juli dieses Jahres eine private KiTa geführt.) Keine schlechte Idee. So könnten wir schon mal zur Probe im neuen Haus wohnen und die KiTa meiner Eltern wäre direkt nebenan. Das wichtigste aber: Unser Kind hätte endlich andere Kinder zum Spielen.

Gesagt, getan: Im Februar zogen wir also für ein paar Wochen aufs Land. Zunächst in mein altes Kinderzimmer bei meinen Eltern, nach ein paar Wochen und einer Mini-Renovierung später, aber tatsächlich ins Haus. Wie aufregend es war, die erste Nacht im neuen Zuhause zu verbringen! Das muss ich euch bei Gelegenheit einmal erzählen …

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Fotos: Sarah Güttler (2)

Alles hat seinen Grund

Ein bisschen komisch war es noch, nun ein Haus und einen Garten zu haben, aber das Strahlen unseres stolzen KiTakindes machte uns zu den glücklichsten Eltern der Welt. Und dann kam’s, wie es kommen musste: Die nächste Planänderung war nur ein Anruf entfernt: „Es tut uns leid, aber ihren KiTaplatz ab April hier in Potsdam können wir ihnen doch nicht geben.“ Eine andere Familie hatte schon ein Geschwisterkind in der KiTa und ginge vor, wir könnten es ja im September noch einmal versuchen.

Unsere Freunde sagten nur: Es wird schon einen Grund haben, dass ihr keinen KiTaplatz bekommt. Vielleicht solltet ihr eure Wohnung doch kündigen und ins Haus ziehen?
Aber ein Leben auf der Baustelle? Mit einem Kleinkind und einem Baby?! Kann das gut gehen? Das war nun nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten, aber unser ursprünglicher Plan schien uns nun auch ein wenig zu ambitioniert.

KiTaplatz in der neuen alten Heimat

Wochenlang rechneten, redeten und planten wir, bis eine Entscheidung getroffen war: Wir tun‘s! Wir ziehen in unser Haus und nehmen das Geld, das wir durch die Miete einsparen, für den Umbau. Ein nicht mal unerheblicher Teil, der zum Entschluss beitrug, war die bevorstehende Mieterhöhung unserer Wohnung. Ohne diese einberechnet, könnten wir in den Jahren bis zur Einschulung unseres Sohnes 50.000 € Mietkosten einsparen. Eine Summe, die uns kurz ein wenig sprachlos machte.

Fehlte nur noch das Wichtigste: Ein guter Kitaplatz für unseren Sohn in der alten neuen Heimat. Die Liste der KiTas, in die ich ihn nicht bringen wollte war länger, als die der Favoriten. Ehrlich gesagt, stand unter meinen Favoriten nur eine einzige KitTa. Na, ob das gut gehen würde?

Ein gutes Zeichen?

Ein Anruf genügte und wir hatten einen Platz in unserer Wunschkita so gut wie sicher. Ich konnte es kaum fassen. Ein Besuch beim Jugendamt und wir hatten die Unterlagen zur Anmeldung in der Hand und nicht nur das: Ein nettes Gespräch und ein gutes Gefühl dazu. Die Dame im Jugendamt kannte mich noch von früher, meinte sie. Ich war ab und zu mit meiner Mama im Amt gewesen, wenn sie einen Termin für ihre Kita hatte.

So weit waren wir in Potsdam in keiner Kita gekommen. Ob das ein gutes Zeichen für uns ist?

Wir hoffen es sehr! Denn keine Entscheidung für uns und unsere Familie bescherte uns bisher so viel Kopfzerbrechen, Angst und Sorge, gleichzeitig aber auch Vorfreude, Energie und Hoffnung. Drückt uns die Daumen, dass es mit uns und der KiTa etwas wird! Und ich, ich halte hier die Stellung und werde euch berichten, wie es weitergeht mit unserem Traum vom Landleben.

Hier kannst du Sarahs Kolumne auf Plattdeutsch anhören:

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